Ehrenamtsakademie der EKHN

Herzlich Willkommen

Entdecken Sie die Website der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Wien, Oktober 2017

Europäischer Ehrenamtskongress

iwittAussicht vom Berg über die Stadt WienWien vom Kahlenberg

Der Herbstkongress des Europäischen Freiwilligen Centers fand in diesem Jahr in Wien statt. Ina Wittmeier von der Ehrenamtsakademie hat teilgenommen und berichtet von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Ein europäischer Kongress zum Thema Ehrenamt, ich freue mich auf den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa. Während der Anreise konnte ich mir in der Veranstaltungs-App schon die anderen Teilnehmenden und weitere Details sehen. 

Der Kongresstag beginnt mit einem Bus-Shuttle vom Stadtzentrum zur Event-Location auf dem Kahlenberg. Eine phantastische Aussicht über Wien stimmt wunderbar auf die zwei Tage der Konferenz ein. Man hat einen guten Überblick und sieht alles mal aus einer ungewohnten Perspektive. 

Internationale Gespräche

Beim Willkommens-Kaffee entstehen erste Gespräche darüber was genau denn unter freiwilliger Tätigkeit zu verstehen sei und ob die Nachbarschaftshilfe dazu zähle oder nicht.

Aus Rumänien berichtet eine Teilnehmerin beim Lunch, dass die Nach-Kommunistischen Länder die Chance genutzt haben von der Basis auf ein Ehrenamtsgesetz zu installieren. Dies besagt, dass die Organisationen mit den Freiwilligen vor Beginn einen Vertrag über Inhalt und Dauer schließen müssen. Da man in Rumänien erst mit 16 Jahren Verträge schließen darf, ist man auch erst mit 16 offiziell Ehrenamtlicher. Ab 15 können die Erziehungsberechtigten unterschreiben, die Betroffenen gelten dann als offizielle "Teilnehmende" statt als Ehrenamtliche. 

Es geht los

Nach der Begrüßung wurden über die App erste Einstiegsfragen gestellt und somit das Gesamtpublikum einbezogen. 

Im ersten Panel geht es dann um Haupt- und Ehrenamt, um Beschäftigung und Beruflichkeit. 
Bleibend in Erinnerung ist mir Prof. Wehner, Arbeitspsychologe aus der Schweiz, der davon sprach, dass der Mensch vor allem mit seiner Tätigkeit eingebunden in seine Umwelt ist. Seiner Definition nach ist Ehrenamt eine unbezahlte Tätigkeit, die potenziell bezahlt werden könnte. Er betonte, dass die intrinsische Motivation durch externe Leistungen wie Geld zerstört werde. 

Der Holländische Experte Joost von Alkemande beeindruckte mich mit dem Bild dass Haupt- und Ehrenamt zwei Motoren in einem (hybriden) Auto seien. 

Im Gespräch mit dem Publikum wurde die Gefahr der Instrumentalisierung des Ehrenamtes (durch die öffentliche Hand) deutlich. Alle waren sich einig, dass der größte Schutz des Ehrenamtes die Freiwilligkeit ist.

Das zweite panel befasste sich dann mit Vollzeit-Freiwilligen-Formaten. In Österreich gibt es z.B. ein freiwilliges Integrationsjahr für Menschen mit Asylstatus. 

Insgesamt beschäftigt mich die Frage wie Ehrenamt aussehen müsste, das Benachteiligte einbindet. Dazu finde ich keine Antworten, aber offene Ohren und die Zustimmung, dass das ein blinder Fleck in der Forschungslandschaft ist. 

Die Rolle von Kirche

Wenn ich mich dann nebenbei mit einer Kollegin aus Rumänien über die Anreise unterhalte und sage: "weil ich bei der Kirche arbeite, bin ich mit der Bahn angereist, statt zu fliegen, denn die Welt wurde uns von Gott zur Bewahrung geschenkt" und sie sagt: "das würde bei uns in der Kirche niemand sagen, die sind nur dann politisch positioniert wenn es z.B. um die gleichgeschlechtliche Ehe geht und da wirken sie sehr konservativ und rückschrittlich ein." Dann bin ich froh und stolz, dass ich die EKHN vertreten darf!

informelles Lernen

Beim Abendprogramm saß ich dann mit Kolleginnen aus Finnland, Deutschland und der tschechischen Republik an einem Tisch. Bei Wein und typisch österreichischem Essen sprachen wir über das eigene Ehrenamt, über Strukturen und Haltungen in den Ländern und Organisationen. So macht informelles Lernen Spaß. 

Es geht weiter

Am nächsten Tag drehte sich alles um aktuelle Trends im Ehrenamt - ich merke, dass wir als Ehrenamtsakademie mit unseren social media Aktivitäten wie der facebook-Gruppe, unserem You-Tube Kanal und den zukünftigen Webinaren gut aufgestellt sind. 

Es geht zurück

So reise ich voller Eindrücke zurück, mit der Bahn, die aufgrund des Sturms in Norddeutschland zwischendrin nicht weiß, ob ich weiter nördlich als Nürnberg oder Würzburg komme - ich komme weiter, und heil zu Hause an. 

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top