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Ein anderes Ehrenamt

Pensionierte Pfarrer spenden zehn Prozent ihrer Zeit

A. GraßhoffPfarrer Heinz-Dieter Stiebahl in der Dorfkirche in VehlitzPfarrer Heinz-Dieter Stiebahl in der Dorfkirche in Vehlitz

Eine Gruppe von etwa 60 pensionierten Pfarrern spendet zehn Prozent ihrer Zeit. Einmal im Jahr unterstützen sie für mehrere Wochen evangelische Kirchengemeinden in den neuen Bundesländern. Wo ein Pfarrer oder eine Pfarrerin fehlt oder im Urlaub ist, springen sie ein. Einer von ihnen ist Heinz-Dieter Stiebahl aus Seeheim an der Bergstraße.

Der pensionierte Pfarrer freut sich schon auf seinen nächsten Einsatz in Gommern. Das ist ein kleines Städtchen in Sachsen-Anhalt, 16 km östlich von Magdeburg. Mit seinen 12 Ortsteilen kommt Gommern gerade mal auf gut 10.000 Einwohner. „Wenn ich wiederkomme, werde ich von der Gemeinde herzlich aufgenommen“, freut sich der 67-jährige. Die hohe Anerkennung tue ihm richtig gut. „Im Lauf der Jahre wächst man mit einer Gemeinde zusammen.“ So ist er immer wieder gern am selben Ort, „um etwas aufbauen zu können“. 

 

Der Ortspfarrer freut sich schon 

Michael Seils, seit gut drei Jahren Pfarrer in Gommern, hat sich mit  Heinz-Dieter Stiebahl für den Sommer bereits verabredet. Dann ermögliche ihm der Vertreter aus Seeheim einen Fahrradurlaub im Baltikum. „Wir machen immer auch eine Übergabe, aber längst kennt sich Herr Stiehbal gut bei uns aus.“ Schon zehnmal sei er in Gommern gewesen. „Und die Leute kennen ihn auch und freuen sich auf ihn.“ Der Gast aus Seeheim wohne in den zwei Wochen in der Pension in einer Ferienwohnung. Und für die Arbeit stehe ihm das Amtszimmer zur Verfügung.

Seinen ersten Einsatz durch die Zehntgemeinschaft hatte Stiebahl zwei Wochen nach seiner Pensionierung. Damals war er in Jerichow bei Stendal, danach für längere Zeit in Salzwedel. Zehn Prozent seiner Zeit „spendet“ er für Vertretungen. Die werden aber nicht in Stunden abgerechnet, sondern in Wochen, also etwa fünf Wochen im Jahr. Und diese Zeitspanne nimmt Stiehbal am liebsten am Stück, manchmal auch geteilt in zwei Gemeinden. Und er macht das allein, ohne seine Frau. Die versorge so lange „Haus, Hof und Familie“ in Seeheim. 

 

Die große Freiheit des Ehrenamtes

Frau Stiebahl bleibt gern zu Hause: „Mein Mann ist ja viel zu bescheiden. “Seinen Wunsch, mal ans Meer zu gehen, spreche er gar nicht aus. „Wenn er die Möglichkeit hätte, jemanden am Meer zu vertreten, das wäre sehr gut.“ Und Herr Stiebahl liebt es, dass die Pfarrer der Zehntgemeinschaft für ihren mehrwöchigen Dienst nicht bezahlt werden. „Es gibt kein Geld. Man ist so gut wie man ist.“ Das mache eine „große Freiheit“. In seinem Berufsleben war er nach dem Gemeindepfarramt viele Jahre am Gymnasium und als Fachberater im Oberschulamt in Karlsruhe tätig. „Ich wollte einfach noch mal zurück in die Seelsorge.“ 

 

Die Zehntgemeinschaft ist ein loser Zusammenschluss von etwa 60 pensionierten Pfarrern und Pfarrerinnen, die auch im Ruhestand noch neugierig auf neue Erfahrungen sind und in ihrem Beruf in begrenztem Umfang ehrenamtlich tätig sein wollen. Die Mehrzahl der Dienstorte liegen in der Mitteldeutschen Kirche und in Brandenburg. Der Name Zehntgemeinde kommt von der biblischen Aufforderung, seinen Zehnten zu geben (Maleachi 3,10). Einmal im Jahr kommen die Pensionäre zu einem Konvent in Jerichow zusammen. Viele haben Erfahrung mit der europaweiten Kurseelsorge der EKD. Da diese Dienste mit 70 Jahren enden, sind einige zur Zehntgemeinschaft gewechselt.

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