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Mutmacher

Mit Video: Mutmacher bauen kleinste Kapelle im Odenwald

freiAuf dem Hof der Familie Gölz: Kapelle im Silo

Es dürfte die wohl kleinste Kirche im Odenwald sein: In Gadern bei Wald-Michelbach hat Familie Gölz aus einem Silo eine kleine Kapelle gemacht – mit Altar, Bibel und einer eigenen Glocke. Die Kapelle im alten Silo ist offen für alle und macht Mut, sich auch für andere zu engagieren.

freiDie wohl kleinste Kirche im Odenwald: Die Kapelle im Silo

Upcycling, also aus alten Sachen etwas Neues machen — während die einen alte Jeans und T-Shirts umfunktionieren, hat Familie Gölz aus Wald-Michelbach im Odenwald im Großen gedacht. Die Familie hatte in dem Dorf ein Grundstück erworben, einen alten Hof – und damit auch ein altes Getreidesilo. Eigentlich dachte die Familie zunächst daran das Silo abzureißen. Aber schnell war die Idee geboren, ein spitzes Dach auf das Silo zu setzen und schon wurde aus dem alten Gebäude eine kleine Kapelle. Freunde und Bekannte haben beim Umbau geholfen – mit viel Engagement und großer Begeisterung, wie Ute Gölz berichtet: „Das sind alles nicht die Mega-Kirchgänger gewesen, aber trotzdem sind sie gekommen und haben uns geholfen. Unterstützen und mithelfen, das ist wichtig und macht uns allen Mut.“

 

Unterstützung aus dem Dorf macht Mut

Der eine kümmerte sich um den Fußboden und den Verputz, ein anderer um die Elektrik in der kleinen Kapelle. Ein Kreuz für das Silo hat sich auch schnell gefunden. Doch Hilfe kam nicht nur aus dem eigenen Dorf: Die Glocke hat eine weite Reise hinter sich und stammt aus Italien. „Zum Ende hatten wir richtig Zeitdruck“, plaudert Ute Gölz, denn die Kapelle sollte rechtzeitig zum Johannistag am 24. Juni 2017 fertig werden. Es gab eine ökumenische Andacht zur Einweihung der Kapelle – das halbe Dorf war gekommen, um das Bauwerk zu bestaunen. Familie Gölz hatte zuvor viel Zeit und Geld in ihren Traum von einer eigenen Kapelle gesteckt: „Mit dem Geld hätten wir gut in Urlaub fahren können, aber wir wollen mit der Kapelle im Silo etwas schaffen, woran man noch lange Freude hat – fährt man zwei Wochen lang den Urlaub, hat man hinterher nur ein paar schöne Bilder“ – berichtet Ute Gölz voller Freude.

 

Ruhepunkt und offen für alle

Familie Gölz hat mit ihrer Kapelle im alten Silo nicht nur für eine touristische Attraktion gesorgt, sondern auch den Menschen im Dorf Mut gegeben, sich zu engagieren. Denn das Dorf Galdern bei Wald-Michelbach ist so klein, dass es bislang keine eigene Kirche hatte – das ist nun anders. Ute Gölz: „Man kann sich hinsetzen, zur Ruhe kommen, in die Landschaft schauen und sich erholen – die Kapelle im Silo ist nicht nur offen für uns, sondern auch für andere.“

 

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