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Hilfe bei Sexualisierter Gewalt

Sexualisierte Gewalt: Neue Anerkennungs-Kommission nimmt Arbeit auf

© Mohr, MDHSAnerkennungskommissionDie Anerkennungskommission beschäftigt sich mit bestimmten Fällen sexualisierter Gewalt in Einrichtungen der Kirche und Diakonie in Hessen und Nassau

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verstärkt Hilfen bei Sexualisierter Gewalt. So gibt es jetzt eine unabhängige Kommission sowie eine Fachstelle.

© EKHN/Jule KühnGruppenbild AnerkennungskommissionBärbel Wenzel, Martin Hau, Ingeborg Bäumer-Kurandt, Dr. Birgit Bosse, Brigitte Tilmann (v.l.n.r.)

Die hessen-nassauische Kommission zur Anerkennung von Leid, das Menschen durch sexualisierte Gewalt erfahrenen haben, hat ihre Arbeit aufgenommen. Die Anerkennungskommission der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist besetzt mit unabhängigen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Therapie und Recht, teilte die EKHN-Pressestelle am 17. Oktober in Darmstadt mit.

 

Anerkennungskommission tritt neben bestehende Arbeit  

Die Arbeit der EKHN-Anerkennungskommission tritt neben die bisherige, bereits seit über 15 Jahren bestehende Praxis, Betroffene individuell zu unterstützen. Der Arbeit zugrunde liegen ausführliche Regelungen. So sieht eine spezielle Ordnung vor, dass Fälle sexualisierter Gewalt, in denen die EKHN institutionelle Verantwortung trägt und die strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden können, der Anerkennungskommission vorgelegt werden. Sie kann diese dann unabhängig bescheiden.

 

Unrecht aus der Vergangenheit anerkennen

Die Entscheidungen der Kommission sollen dazu beitragen, das Unrecht, das Betroffenen im Verantwortungsbereich von Kirche und Diakonie in der Vergangenheit angetan wurde, anzuerkennen. Über einen Sockelbeitrag in Höhe von 20.000 Euro, der für das systemische Versagen der Kirche gewährt wird, orientieren sich Leistungen darüber hinaus an der Schmerzensgeldtabelle. Die finanziellen Leistungen sollen die noch andauernden Folgen der erlittenen sexualisierten Gewalt zumindest lindern. Formlose Anträge können an die Geschäftsstelle gegen Sexualisierte Gewalt gerichtet werden. Auf Wunsch der Betroffenen führt die Anerkennungskommission persönliche Gespräche.

 

Kontakt zur Anerkennungskommission der EKHN:
anerkennung@ekhn.de
www.ekhn.de/Anerkennungskommission
Telefon: 06151 – 405 106

 

Auch Fachstelle nimmt Arbeit auf 

Die EKHN hat zudem die Arbeit im Bereich Sexualisierte Gewalt neu organisiert und verstärkt. Künftig wird ein multiprofessionell aufgestelltes Team in einer Fachstelle gegen Sexualisierte Gewalt zusammengefasst. Der Fachstelle gehören eine Historikerin, eine Theologin beziehungsweise ein Theologe als Ansprechperson, eine Pädagogin, eine Juristin und ein Betroffenenvertreter an. Mit der Fachstelle werden die Kompetenzen und Ressourcen gebündelt. Der multiprofessionelle Ansatz wird ergänzt durch externe Expertise.

 

Fachstelle ist direkt dem Kirchenpräsidenten zugeordnet

Die Fachstelle ist unmittelbar dem Kirchenpräsidenten zugeordnet. Zu den Aufgaben der Fachstelle gehört die Arbeit der Ansprechpersonen. So stehen eine Pfarrerin beziehungsweise ein Pfarrer für vertrauliche, geschützte Gespräche zur Verfügung. Sie verstehen sich als Erstkontakt- und Clearingstelle. Sie vermitteln weiterführende Hilfen wie zum Beispiel unabhängige juristische Erstberatung oder Maßnahmen der therapeutischen Krisenintervention. Verdachtsfälle können direkt gemeldet werden.

 

Kontakt zur Fachstelle der EKHN:  
intervention@ekhn.de

 

Aufarbeitungskommission mit EKKW in Vorbereitung

Im kommenden Jahr wird es ergänzend auf Basis einer noch zu treffenden Vereinbarung mit der USBKM (Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) eine regionale Aufarbeitungskommission gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geben. Deren Aufgabe wird es sein, durch den externen Blick von Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft die kirchlichen Aufarbeitungsprozess zu bewerten und gegebenenfalls weitere zu initiieren.

 

Mehr zum Thema Prävention und Aufarbeitung von Sexualisierter Gewalt in der EKHN.
www.ekhn.de/nulltoleranz
Alle Kontakte: www.ekhn.de/nulltoleranz/kontakt

 

Kurzinfos über die Mitglieder der der neuen Anerkennungskommission

Ingeborg Bäumer-Kurandt
Vorsitzende der Kommission für Anerkennungsleistungen der EKHN:
Vorsitzende Richterin am Landgericht in Wiesbaden, i.R.;
„Ich möchte dazu beitragen, dass Geschädigte für das Erlittene Genugtuung erfahren“.

Dr. Brigitte Bosse
Leitung des Trauma Institut Mainz, ärztliche Psychotherapeutin, Psychotraumatologin, Supervisorin(EMDRIA/DeGPT), Fachärztin für Anaesthesiologie;
„Ich setze mich für Betroffene sexualisierter Gewalt ein. Ich unterstütze sie bei ihrem Wunsch Gehör zu finden und Anerkennung ihres Leides zu erfahren.“

Martin Hau
Geschäftsführer „Freisprechen – Das Beratungsformat GmbH“, 40 Jahre öffentlicher Dienst, Heilpraktiker für Psychotherapie mit Schwerpunkt Traumatherapie, Supervisor (DGSv);
„Ich möchte einen Beitrag leisten, dass den Opfern noch mehr Anerkennung als bisher zukommt.“

Brigitte Tilmann
Präsidentin des Oberlandesgerichts in Frankfurt, a.D.; seit 2010 mit der Dokumentation und Aufarbeitung Sexualisierter Gewalt beschäftigt (2010 - 2012 Odenwaldschule; 2015 – 2016 Elly Heuss Knapp - Schule Darmstadt; 2016 - 2022 Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Berlin);
„Ich möchte dazu beitragen, dass Betroffene nicht alleine gelassen werden, dass das ihnen zugefügte Unrecht sichtbar und ihr Leid anerkannt wird.“

Bärbel Wenzel
Praxis für Psychotherapie (HP), Dipl. Sozialpädagogin, Krankenschwester, Gestalttherapeutin, Traumatherapeutin, Supervisorin, Entspannungspädagogin;
„Seit jeher ist es mir wichtig Menschen in ihren Heilwerdungsprozessen persönlich zu unterstützen und zu begleiten. Gerechtigkeit ist für mich ein hohes Gut und ich freue mich sehr darauf, durch die Mitarbeit in der Anerkennungskommission ein Stück dazu beitragen zu können.“

 

Mehr Infos zum Thema Sexualisierte Gewalt: 
www.ekhn.de/nulltoleranz

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