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Studientagung zum Theologen Karl Barth

Von Gott reden - Aber wie?

EKHN-ÖffentlichkeitsarbeitKirchenpräsident Volker Jung spricht zu Karl BarthTheologischer Studientag zu Karl Barth 2019

Zu politische Predigten, Formelsprache in Glaubensfragen: Das sind häufige Kritikpunkte an der Kirche heute. Hilft da vielleicht der große evangelische Theologe Karl Barth weiter, der genau das alles schon vor 100 Jahren im Blick hatte? Danach fragte jetzt eine Tagung der EKHN-Leitungsremien in Frankfurt.

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Tagung zu Karl Barth im Frankfurter Dominikanerkloster 2019 Ulrich Oelschläger Kirchenpräsident Volker Jung spricht zu Karl Barth Juliane Schüz

Selten hat es eine Theologin oder ein Theologe geschafft, auf dem Titelblatt eines Nachrichtenmagazins wie dem „Spiegel“ oder gar der amerikanischen „Times“ verewigt zu werden. Dem  Schweizer Denker Karl Barth (1886-1968) war das vergönnt. Es gilt bis heute als einer der bedeutendsten evangelischen Theologen des 21. Jahrhunderts. In diesem jahr wird er besonders gefeiert. Denn: Vor 100 Jahren nach dem verheerenden Ersten Weltkrieg stellt er eine Frage, als andere Gott selbst auf den Schlachtfeldern endgültig mitgestorben sahen: „Wie kann man von Gott reden?“ Grund genug für die EKHN-Kirchensynode und Kirchenleitung in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bund zu einer theologischen Studientagung genau zu diesem Thema am Wochenende in das Frankfurter Dominikanerklsoter einzuladen: „Von Gott sprechen – gerade heute. Wie geht das?“

 

Politisierung

Moderator Steffen Bauer, Leiter der EKHN-Ehrenamtsakademie betonte bei seiner Einführung, dass Barth seine Frage, wie man von Gott reden kann, bis heute aktuell ist. In Medien werde oft eine zu starke Politisierung moderner Predigten kritisiert oder eine zu enggeführte Insidersprache der Kirche Doch nützen kleine Korrekturen am Sprachkurs, um zeitgemäß von Gott zu reden? Und: Kann hier der epochale Theologe nach 100 Jahren wirklich noch weiterhelfen?

 

Versäumnisse

Der Präses der Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, hält es auf alle Fälle nötig, die Frage nach Gott wieder neu zu stellen. Oelschläger wies auch auf das politische Engagement des Schweizers hin, der sich mit seinen Schriften klar gegen den Nationalsozialismus positionierte. Nach dem 2. Weltkrieg war er wesentlicher Impulsgeber für die sogenannte Barmer Theologische Erklärung, in der die evangelische Kirche ihre Versäumnisse und ihre Schuld während der Naziherrschaft bekannte.

 

Einfühlsamkeit

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hob neben der theologischen Tiefe Barths auch die seelsorgliche Einfühlsamkeit hervor. So habe er etwa in Gefängnissen gepredigt. Doch auch bei den Reden dort habe sich ein wichtiger Grundgedanke Barths heraus kristallisiert. Er habe „Gott als Erbarmer“ verstanden. Diese Einsicht habe er zugleich auf Christus gegründet. Christus im Zentrum:  Das bleibe die zentrale Botschaft des Theologen.

 

Nachdenken

Die evangelische Pfarrein und Barth-Kennerin Juliane Schüz zeigte anhand von Zitaten die denkerische Breite Barths auf. So forderte er, sich mit „Ernst auf Gott zulassen“. Gleichzeitig bleibe Gott bei allem Nachdenken eines – nämlich „Der ganz andere“. Das ist das wohl berühmteste Zitat Barths. Gleichzeitig sei es nötig, von Gott zu reden. Dies ist nach Barth die zentrale Aufgabe der Theologie.  

 

Hinterfragen

Aber wie? Und was heißt das alles für heute und die Rede von Gott? In Kleingruppen und Diskussionsrunden gingen die über 50 Teilnehmenden in die Tiefe. Und jeder nahm dabei seine eigene Erkenntnis mit.  Zum Beispiel: Als Kirche gesellschaftlichen Herausforderungen positionieren. Aber nicht immer sagen, was alles besser und richtiger ist. Und das ganz große Erbe Barths dabei: Sich immer wieder neu hinterfragen ob das Gesagte auch wirklich trifft.. Das ist dann dialektische Theologie at it’s best.

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